Ist der deutsche Mittelstand „App to date“?

Osnabrück. Der Digitale Wandel ist DER Megatrend unserer Zeit. Jeder ist davon betroffen: Politik, Gesellschaft, Wirtschaft – und damit auch der deutsche Mittelstand. Zusammen mit der freiheitlichen Wirtschaftsordnung und dem internationalen Wettbewerb, sorgt der digitale Wandel dafür, dass es zu Veränderungen von Struktur und Merkmalen der Unternehmenslandschaft kommt. Doch während sich manche Bereiche verändern, scheinen andere eher still zu stehen.

Zieht der globale Megatrend am deutschen Mittelstand vorbei?

Dem deutschen Mittelstand wird gerne unterstellt, dass er sich der Relevanz der Digitalisierung für Unternehmen verweigert. Anstatt sich vom berühmten Spirit des Silicon Valleys und anderen Tech-Metropolen anstecken zu lassen, scheint er lieber Winterschlaf zu halten. Gerade kleine Unternehmen sollen durch die Digitalisierungswelle untergehen. Studierende der Hochschule Rhein-Waal haben sich, unterstützt vom Kölner Unternehmen TheAppGuys, angeschaut, was an den Vorwürfen dran ist. Der Fokus des interdisziplinären Projekts liegt dabei auf einem speziellen Teilbereich der Digitalisierung: der Verwendung von Apps.

Inwieweit partizipiert der deutsche Mittelstand am boomenden App-Markt?

Es ist wohl für Niemanden etwas Neues, dass der App‐Markt weltweit boomt. Und es gibt auch keinerlei Anzeichen, dass sich dies in absehbarer Zukunft ändern wird. Inwieweit partizpiert der deutsche Mittelstand an diesem Trend? Werden veränderte Geschäftsmodelle pro‐aktiv umgesetzt? Im Rahmen der Studie „Der deutsche Mittelstand ‚App to date‘? Befragung deutscher Mittelständler zur Verwendung von Apps“ wurden bundesweit zwei Monate lang mittelständische Unternehmen aus allen Branchen befragt. Mithilfe eines webbasierten Formulars wurden Fragen zum aktuellen Digitalisierungsgrad sowie dem Einsatz von Apps gestellt.

Ergebnis: (Angebliche) Erleichterung

Knapp ein Drittel (29%) der befragten Unternehmen nutzen bereits eine App. Diese wird zumeist zur internen bzw. externen Kommunikation (je 62%), als Marketinginstrument (50%) oder zur Vertriebsunterstützung (40%) eingesetzt. Die Branchen „Dienstleistung“ und „Groß- und Einzelhandel“ sind Schrittmacher im Bereich App-Nutzung. Diese ist dabei nicht nur den großen Unternehmen vorbehalten: Auch ungefähr ein Drittel (32%) der kleineren Unternehmen mit weniger als 20 Mitarbeitern setzen Apps ein. Von den Nicht-Nutzern denken 81% darüber nach, zukünftig Apps einzusetzen.

Wir fragen uns: Sind ein Drittel Nutzer_innen wirklich Grund zur Erleichterung und der Beweis für einen innovationsfreudigen Mittelstand?

Wo liegen die Ursachen der eingeschränkten Nutzung?

Ursachen könnten mangelndes Know-How auf Entscheidungsebene, Angst vor Sicherheitslücken oder geringe Kenntnisse über den möglichen Mehrwert sein. Es stellt sich die Frage, welche Apps wirklich das Geschäftsmodell unterstützen können.

Zugegeben – Bei einem Angebot, wie es uns die App-Stores bieten, muss man als Anfänger_in einige Zeit investieren, um das passende Tool für das eigene Unternehmen zu finden.

App-Nutzung lohnt sich!

Jede(r) zweite Deutsche besitzt heutzutage ein Smartphone. Danach kann die Hälfte der Bevölkerung theoretisch und auch praktisch auf mobile Apps zugreifen. Die einfache und intuitive Bedienung mobiler Apps kann, im Vergleich zu komplexen Web- oder Stand-Alone-Applikationen, ein Vorteil sein. Zum Beispiel, weil Apps leicht und schnell in bestehende Prozesse integriert werden können. Neben den drei bereits genannten Einsatzgebieten, können Apps außerdem in weiteren Bereichen eingesetzt werden:

  • Prozess- und Produktoptimierung
  • Business-to-Business
  • Produktion

Eine klug eingesetzte App kann einen Mehrwert generieren, der sowohl im B2B- als auch im B2C-Bereich wettbewerbsentscheidend sein kann. Es lohnt sich also, über das Nutzen von Apps im Unternehmen nachzudenken.

Die vollständige Studie „Der deutsche Mittelstand ‚App to date‘? Befragung deutscher Mittelständler zur Verwendung von Apps“ ist hier einsehbar.

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