Mittelstand im Wandel – So gelingt die Digitalisierung in der Lebensmittelindustrie

Kennen Sie die „Magic Candy Factory“ von Katjes? Das Unternehmen hat in Berlin den weltweit ersten 3D-Fruchtgummiprinter vorgestellt, der die persönlichen Wünsche der Kunden in wenigen Minuten in Form bringt. Kurz darauf wurde auch der Online-Shop für die „selbst-designten“ Fruchtgummis angebunden. In London hat mit Food Ink außerdem das erste Restaurant mit 3D-Druckern für die additive Lebensmittelherstellung eröffnet. Und das Unternehmen „mymuesli“ ermöglicht es Nutzer*innen sich online oder im Geschäft das eigene individuelle Bio-Müsli aus über 80 verschiedenen Zutaten selbst zusammenzustellen.

Was haben diese Beispiele gemeinsam?

Der digitale Wandel revolutioniert die Lebensmittelbranche in einer bisher ungeahnten Art und Weise. Endverbraucher*innen verlangen heutzutage nach individuell auf sie zugeschnittenen Produkten. Ein Großteil der Unternehmen ist sich bewusst, dass Politik und Verbraucher*innen zunehmend eine lückenlose Rückverfolgbarkeit und Transparenz von Produkten entlang von Wertschöpfungsketten fordern. Startups und etablierte Unternehmen konkurrieren im Food-Bereich, um sich auf diese Weise neue Märkte zu erschließen. Und auch die Lebensmittelindustrie ist nahezu gezwungen, den digitalen Wandel voranzutreiben, wenn sie neue Felder erschließen möchte. Industrie 4.0 unterstützt dabei den Ausbau eines kundenspezifischen Business-to-Consumer-Geschäfts.

Big Data und Cloud machen Daten mobil

Business-Cloud

Die damit verbundene Modularisierung der Fertigung auf kleinste Einheiten benötigt höchste Datenverfügbarkeit. Flexibilität bedeutet in diesem Zusammenhang auch, die flexible Anbindung, Vernetzung und Ansteuerung der modularen Prozessanlagen bis zum 3D-Drucker. Wenn Sie als mittelständischer Lebensmittelproduzent für den digitalen Wandel und Industrie 4.0 gewappnet sein möchten, kommen Sie um eine durchgängige Daten- und Prozessunterstützung nicht herum.

Die Herausforderungen des digitalen Wandels in der Lebensmittelindustrie

Massentierhaltung, Lebensmittelskandale, behördliche Regulierungen und stetig schneller wechselnde Verbrauchertrends – die Nahrungsmittelindustrie kann sich nicht über mangelnde Herausforderungen beklagen. Und jetzt auch noch die digitale Transformation!

Lebensmittel sind in unserem Alltag omnipräsent. Daher haben wir hohe Ansprüche an die Industrie, die diese produziert: Die Lebensmittel sollen nicht nur gut schmecken, eine hohe Qualität besitzen und so wenig wie möglich kosten, sondern auch nachhaltig sein und sozialen Standards entsprechen. Für Unternehmen der Lebensmittelbranche stellt sich damit die Herausforderung, hochwertige Lebensmittel arbeitnehmerfreundlich herzustellen und diese zu einem niedrigen Preis anbieten zu können. Diese Erwartungen sind lediglich mit smarten Technologien und modernen Herstellungsverfahren zu erfüllen. Hier gilt es, die digitale Transformation für sich zu nutzen!

Aber wo fange ich an?

Die Nahrungsmittelindustrie gehört bisher noch zu den am wenigsten digitalisierten Wirtschaftszweigen Deutschlands. Das liegt zumeist daran, dass der Überblick und konkrete Ansatzpunkte für das eigene Handeln fehlen. Suchen Sie sich am besten einen Punkt aus, an dem Sie starten möchten.

Hand Smartphone

Besonders geeignet sind hier digitale Lösungen, weil diese ein abgestimmtes Handeln über alle Wertschöpfungsstufen hinweg ermöglichen. Des Weiteren lassen sie sich optimal an die von den Konsument*innen genutzten digitalen Kanäle wie Smartphone oder Tablet anbinden. Der Konsument kann entlang seiner Touch Points durch den Alltag begleitet, das Produktangebot entsprechend individualisiert und die Kundenbindung dadurch erhöht werden. Zudem können Unternehmen mit digitalen Lösungen weitere Vorteile generieren, wie beispielsweise Effizienzgewinne, höhere Produktsicherheit sowie eine Steigerung von Image und Vertrauenswürdigkeit.

Durch die Flut an Informationen, die auf einer Vielzahl von Kanälen bereitgestellt und kommuniziert wird, wäre es außerdem sinnvoll, die vorhandenen produktbezogenen Informationen für Nutzer*innen qualitativ aufzubereiten und zu bündeln. Auf diese Weise entsteht eine Art Einkaufsberater, anhand dessen sich Verbraucher*innen ohne aufwendige Recherchen über die gewünschten Merkmale informieren können. Konsument*innen könnten so zum Beispiel, im Supermarkt eine App über ihr Smartphone aufrufen und gezielt nach bestimmten Angaben (z. B. vegan oder glutenfrei) suchen.

Fazit: Durch die Digitalisierung wird das Rad nicht neu erfunden, aber es wird schneller!

Die Aufgabe der Unternehmen der Lebensmittelindustrie besteht vor allem darin, die Chancen und Risiken der digitalen Transformation für ihr spezifisches Geschäftsmodell zu verstehen und eine darauf ausgerichtete maßgeschneiderte Digitalisierungs-Agenda zu entwickeln.

Tauschen Sie sich mit anderen Unternehmen aus, die sich in der gleichen Situation befinden. Eine gute (regionale) Gelegenheit wäre dafür beispielsweise die von Netrocks mitinitiierte innovate! 2018, die dieses Jahr zum ersten Mal mit dem Schwerpunkt Food und Agritech stattfindet.

Nicht nur innovative Start-ups können zu den Gewinnern der Digitalisierung gehören, auch der deutsche Mittelstand hat dafür gute Voraussetzungen! Sie fragen sich nun, wie Sie Ihr Unternehmen fit machen können für den digitalen Wandel? Dann melden Sie sich bei uns!

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