Venture-Capital – Wie funktioniert so eine Beteiligungsgesellschaft?

Osnabrück. Venture-Capital (auch Risiko- oder Wagniskapital) bezeichnet ein Investment, das unter Verlustrisiko zur Finanzierung eines Startups eingesetzt wird. Wie der Name schon verrät, handelt es sich hierbei um eine Investment-Form, bei der für Investor*innen ein gewisses Risiko besteht. Eingebrachtes Kapital könnte sich möglicherweise nicht vermehren oder im schlimmsten Fall gänzlich verloren werden.

Wie genau funktioniert das mit dem Venture-Capital?

Die Arbeit eines Wagniskapitalgebers sieht in Grundzügen so aus: Das Venture-Capital-Unternehmen sammelt Gelder von Investoren (Limited Partners) ein und bündelt diese in einem Fonds. Dabei stellt das Risikokapital stellt keinen Kredit dar, sondern vielmehr eine Art Entwicklungshilfe für eine Unternehmensidee. Vielversprechende Startups erhalten aus diesen Fonds Kapitalspritzen, um ihr Wachstum zu finanzieren.

Häufig werden neben finanziellen Mittel auch logistische und ideelle Unterstützung seitens des Investors zur Verfügung gestellt. Daher sind Risikokapitalgeber sehr wichtige Partner für junge, entwicklungsfähige Unternehmen.

Die Investition von Wagniskapital kann in verschiedenen Stufen der Unternehmensentwicklung (sog. Stages) erfolgen. Die Seed-Finanzierung ist die erste und wagnisreichste Stufe. Diese findet logischerweise statt, wenn sich das Startup noch in der Seed Stage befindet. Prognosen hinsichtlich der Erfolgsaussichten von Innovationsprojekten sind mit hohen Unsicherheiten belastet. Anschließend folgt die Early-Stage Finanzierung, in der die Unternehmen das Risikokapital in der Regel für die Aktivitäten nach der abgeschlossenen Produktentwicklung brauchen. Die darauffolgende Later-Stage Finanzierung bezeichnet man häufig auch als Growth Finance oder Expansion. Nach dem (erfolgreichen) Exit der Startups teilen sich die Limited Partners und die Venture-Capital-Gesellschaft die Gewinne.

Ertragspotenziale und Risiken von Venture-Capital-Finanzierungen

Das Ziel von Venture-Capital liegt natürlich in der Maximierung des eingesetzten Geldes. Allerdings sind positive Rückflüsse aus einer Beteiligung (wenn überhaupt) oft erst nach mehreren Jahren zu erwarten. Das liegt daran, dass nicht laufende Dividendenzahlungen, sondern die erzielbaren Erlöse aus der abschließenden Beteiligungsveräußerung die wesentliche Ertragskomponente darstellen. Die Laufzeit eines VC-Fonds beträgt normalerweise zehn Jahre. Während in den ersten fünf Jahren in Startups investiert wird, werden in der zweiten Lebenshälfte des Fonds die Früchte geerntet. Ein Scheitern der Geschäftsidee führt meist zu Totalverlust. Venture-Capital birgt also das Risiko, sein Investment zu verlieren, jedoch auch die Chance, seine Investition bei einem Verkauf um ein vielfaches zu maximieren.

Was bedeutet Venture-Capital-Finanzierung für Gründer*innen?

Eine Reihe spezieller Vertragselemente steuert die Beziehung zwischen der Riskiokapital-Gesellschaft und den Unternehmensgründer*innen. Diese begrenzen an kritischen Stellen den Handlungsspielraum der Gründer*innen sowie der Venture-Capital-Gesellschaft. In diesem Zusammenhang erhält die Gesellschaft in der Regel Einflussrechte, die über das Niveau hinausreichen, das ihr entsprechend ihrem Kapitalanteil zustünde.

 

 

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